Jesus – ein ungewöhnlicher König

„Jesus antwortete: »Das Reich, dessen König ich bin, ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, dann hätten meine Diener für mich gekämpft,…«
Da sagte Pilatus zu ihm: »Dann bist du also tatsächlich ein König?« Jesus erwiderte: »Du hast Recht – ich bin ein König. Ich bin in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeuge zu sein; dazu bin ich geboren. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit steht, hört auf meine Stimme.«

Die Bibel; aus dem Evangelium nach Johannes 18,36-37

Ein König aus einer anderen Welt

Die oben zitierten Worte entstammen einem Verhör um 30 n.Chr., von dem uns Johannes berichtet:

Jesus Christus – der von sich selbst bekannte, dass er der von Gott gesandte Messias war,  den Gott durch viele Zeichen und Wunder als „seinen geliebten Sohn“ bestätigt hatte – dieser Jesus Christus steht vor Pilatus dem Statthalter des Römischen Reiches.
Er war vielen ein „Dorn im Auge“ gewesen: den Machtgierigen, den Selbstgerechten, den Überheblichen, den Unbarmherzigen, den Unmoralischen, den Geizigen, den Heuchlern, … nicht zuletzt waren es auch die religiösen Führer, die ihn um jeden Preis beseitigen wollten. Und sie hatten es soweit gebracht: Durch Aufwiegelung  und Intrigen hatten sie die Römische Besatzungsmacht dazu bewegt, Jesus gefangen zu nehmen und zum Tod am Kreuz zu verurteilen.

Pilatus, in seiner Funktion als Vertreter der Römischen Weltmacht, soll nun das erwünschte Urteil sprechen, das Jesus ein für allemal aus dem Weg räumen soll. Dabei kennt Pilatus diesen Jesus gar nicht. Und er kann auch nicht verstehen, worin die Schuld bestehen soll, die diesem Menschen so hart angelastet wird. Zuerst versucht er mehrfach, sich aus dieser unangenehmen und brenzligen Situation herauszuwinden. Er merkt, dass man ihn erpressen will, ein Urteil zu sprechen, dass er niemals mit gutem Gewissen und bei klarem Verstand sprechen könnte. Während er in diesem Verhör verzweifelt herauszufinden versucht, was es mit der Wut gegen diesem sanftmütigen Menschen auf sich hat, schreit draussen lautstark die aufgewiegelte Menge: „Kreuzige ihn!“

Am Ende lässt sich Pilatus dazu hinreissen, Jesus der wütenden Menge und den grausamen Soldaten auszuliefern und damit dem Tod preiszugeben. Bis zuletzt muss er aber ehrlich bekennen: „Ich finde keine Schuld an diesem Menschen!“

Wer ist dieser Jesus?

»Bist du der König der Juden?«, fragt Pilatus. Er hatte gehört, dass manche aus der Menge Jesus so bezeichnet hatten. Nicht zuletzt, um ihn als einen Aufrührer gegen die Römische Besatzung hinzustellen, um damit ein schnelles Urteil herbeizuführen.
„Jesus antwortete: »Das Reich, dessen König ich bin, ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, dann hätten meine Diener für mich gekämpft,…«

In Zeiten wie der unseren – in denen Menschen im Namen eines allmächtigen Gottes für dessen Ehre kämpfen und morden; in denen man einen „Gottesstaat“ errichten will, in dem unerbittliche Gesetze und harte Strafen für Übertretungen die Autorität dieses Gottes zeigen und festigen sollen; in denen Angst und Terror die Menschen in die Knie zwingen sollen – klingen die Worte von Jesus Christus wirklich „wie aus einer anderen Welt“.

Der „Friedefürst“

Ja, Jesus Christus war wirklich ein König. Er wurde bereits Jahrhunderte vor seiner Geburt als „Friedefürst“ angekündigt (Jes. 9,5). Und er verdiente sehr wohl diesen Namen:

Kurz zuvor hatte er noch zu Gott, seinem Vater gebetet – für die, die seinen Worten geglaubt hatten; aber auch für die, die ihm noch nicht glaubten, sondern ihn ablehnten und verachteten (Joh. 17,20).

Als dann plötzlich eine bewaffnete Truppe, bestehend aus geistlichen Führern und bewaffneten römischen Soldaten, kommt, um ihn gefangen zu nehmen, da geht er ihnen entgegen, gibt sich zu erkennen und lässt sich widerstandlos festnehmen. Schützend stellt er sich dabei vor seine Freunde, die bei ihm sind: »Wenn ich der bin, den ihr sucht, dann lasst die anderen hier gehen.«(Joh.18,8)

Als aus der bewaffneten Gruppe plötzlich einer seiner eigenen Freunde heraustritt, ihn begrüßt und damit an die Soldaten verrät, spricht Jesus ihn liebevoll an. (Luk. 22,47)

Als plötzlich ein anderer von seinen Freunden, die bei ihm sind, ein Schwert zieht, um ihn zu verteidigen, und einem Soldaten ein Ohr abschlägt, weist Jesus ihn scharf in die Schranken. Ja noch mehr – er heilt vor den Augen seiner Feinde mit übernatürlicher Kraft das Ohr dieses Mannes. (Luk.22,50)

Als er vor die religiöse Elite geführt wird, die ihn dann zu seiner Lehre befragen, antwortet er: »Ich habe immer frei und offen geredet und so, dass alle Welt es hören konnte. « (Joh. 18,20)

Als er schließlich am Kreuz hingerichtet wird, hört man ihn sterbend noch für seine Feinde beten: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.«(Luk.22,34) Den mit ihm zusammen hingerichteten Verbrechern wird er in den letzten Minuten noch zum Seelsorger.

Sein Sterben spiegelte sein Leben wieder: Er war gekommen, um zu helfen und zu heilen. Besitzlos, schutzlos, selbstlos kümmerte es sich um die Ärmsten und Verachteten. Niemals hatte jemals ein ungerechtes oder falsches Wort aus seinem Mund gehört. (1.Petr.2,22)

Seine Freunde und Nachfolger lehrte er, dass sie ihre Feinde lieben und ihnen Gutes tun sollten. (Luk.6,35) Sie sollten sanftmütig und demütig sein, wie er es selbst war. (Matth. 11,29)

Er war in die Welt gekommen, um den Menschen die Wahrheiten Gottes nahezubringen. (Joh. 18,8)
Seine Lehre war klar und voller Wahrheit. Wo religiöse Menschen die Wahrheiten im Wort Gottes verdreht hatten, da stellte er diese richtig und erklärte die guten und wahren Absichten Gottes dahinter.

Und er hatte ein weites Herz für die Menschen! Er kümmerte sich selbstlos um jeden. Dabei waren seine Motive ohne jede Falschheit. Er selbst nannte sich einen „Guten Hirten“ – im Gegensatz zu denen, die die Menschen nur für eigene Interessen ausbeuteten und missbrauchten.
»Der Dieb kommt nur, um die Schafe zu stehlen und zu schlachten und um Verderben zu bringen. Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen – Leben in ganzer Fülle.« (Joh. 10,10)

Herrscher und Opfer

Äußerlich betrachtet mag man ihn als einen Verlierer betrachten: Er wurde zum Opfer fanatischer und gewissenloser Menschen. Wie ein Übeltäter wurde er hingerichtet. (Jes. 53,9) Aber selbst im Moment seiner größten Schwäche hatte er den größten Sieg: Denn mit seinem Leben bezahlte er den Preis, das „Bußgeld“, für die Ungerechtigkeiten und Schuld der Menschen. (Jes.53,5) Nun vergibt Gott jedem Menschen, der an Jesus Christus als das Opfer für seine Sünden, als seinen „Retter“ glaubt.

Und nun das Beste: Sein Leben war nicht das tragische Ende einer gescheiterten Mission! Was Viele bis in unsere Zeit gerne leugnen, berichtet uns die Bibel doch als eine der bestbezeugten Tatsachen aus jener Zeit: Gott hat Jesus Christus nach drei Tagen des Todes wieder zum Leben erweckt. (Apg. 10,40) Er herrscht heute als König seines himmlischen Reiches an der Seite Gottes, seines Vaters, im Himmel. (Luk.22,69)

Christen, die der Bibel Glauben schenken, wissen, dass er einmal auch wieder auf die Erde kommen (Apg.1,11) und König unserer Erde sein wird. (1.Kor. 15,25) Dann wird er über sein vollkommenes Friedensreich herrschen – ein Reich, in dem Gerechtigkeit und Wahrheit herrschen werden.

ww

Bild: privat