Buße – weil Gott gerecht und gütig ist!

„Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“
Die Bibel; im Brief an die Römer 2,4

Buße? Ärgerlich…

Vor wenigen Tagen bekam ich einen Brief. Ein Bußgeldbescheid. Ich wusste, dass das kommen würde. Schließlich hatte ich es blitzen sehen, als ich gedankenversunken zu schnell auf der autoleeren Bundesstraße gefahren war. Das Bußgeld ist nun bezahlt. Ärgerlich. Ich hätte das Geld gerne für etwas anderes ausgegeben. Aber werden Ärgern noch Jammern hilft. Es ist passiert. Ich muss nun die Strafe, das „Bußgeld“ bezahlen…

Heute wurde ich wieder daran erinnert, als ich in meiner Bibel die oben zitierte Aussage las: „Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“

Gott ist ein gerechter Richter

Das angeführte Zitat aus der Bibel ist Teil eines Textes, in dem erklärt wird, dass Gott ein absolut gerechter Richter ist, der unparteilich und fehlerlos das Urteil über jeden Menschen spricht und einmal sprechen wird.

Das ist tröstlich, oder? Jeder, von uns ist schon einmal ungerecht behandelt worden – manche müssen Situationen erleben, bei denen Ungerechtigkeit und Falschheit die Oberhand gewinnen. Nicht immer ist es die Wahrheit, die am Ende siegt. Das wissen wir aus kleineren Streitigkeiten unseres Alltags, das kennen wir vielleicht sogar aus Gerichtsprozessen. Die Erkenntnis, dass Recht haben nicht immer Recht bekommen bedeutet, gehört zu den eindrücklichsten Erfahrungen unseres Lebens. Wir kennen extreme Fälle, bei denen Menschen ungerechterweise lange Zeit ihres Lebens unschuldig hinter Gittern verbracht haben. Oder denken wir an die vielen Opfer der schrecklichen Kriege, die gegenwärtig unsere Welt erschüttern. Viele unschuldige Menschen werden niemals in ihrem Leben Gerechtigkeit für die erlittene Grausamkeit erfahren. Ist es da nicht tröstlich, ja geradezu der „letzte Strohhalm“ von Hoffnung, zu wissen, dass es – wenn auch nicht in diesem Leben – einmal den Moment geben wird, in dem ein absolut gerechtes Gericht gesprochen werden wird?

Mögen manche Menschen es auch als einen besonders frommen Gedanken empfinden, der „liebe Gott“ könne und werde zu guter Letzt doch niemand auf ewig für seine Sünden bestrafen – wahr ist das nicht; und gerecht wäre das schon gar nicht.

Somit ist die Tatsache, dass Gott ein absolut gerechter Richter ist, auch etwas Bedrohliches! Wer kann denn schon von sich sagen, er hätte sich nie etwas zuschulden kommen lassen? „Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!“ hatte Jesus Christus einmal zu der Menschenmenge gesagt, die eine Frau wegen ihres schuldhaften Verhaltens hatten steinigen wollen. Daraufhin waren sie plötzlich alle kleinlaut davongeschlichen. Kein Stein wurde geworfen. Ein ehrlicher Moment.

Auf wen könnte ich „einen Stein werfen“ – ohne „das Glashaus zu treffen, in dem ich sitze“? Bei einem absolut gerechten Gericht Gottes über unser Leben hat auch der Selbstgerechteste unter uns keine Chance, freigesprochen zu werden. Schon gar nicht bei einem Richter, der nicht nur nach Aussagen richtet, sondern der die Gedanken liest, geheimste Wünsche und Motive kennt… „Keiner ist gerecht, auch nicht einer…“ und „…alle haben gesündigt, und in ihrem Leben kommt Gottes Herrlichkeit nicht mehr zum Ausdruck,…“, so schreibt es die Bibel (Römer 3,23).

Gott ist gütig und gnädig

„Gibt es in unserer Rechtsprechung eigentlich auch einen Raum für Vergebung? Ich würde sie gerne und dankbar annehmen.“ Mit diesen Worten schloss ich mein Schreiben der Stellungnahme zu meinem Bußgeldbescheid ab. Einige Tage später kam der zweite Brief: Ich musste das Bußgeld bezahlen. Kein Pardon.

Wie bin ich froh, dass es bei Gott Vergebung gibt! Denn die Strafe für meine Sünden könnte ich niemals begleichen. „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; das unverdiente Geschenk Gottes dagegen ist das ewige Leben durch Christus Jesus, unseren Herrn.“ (Römer 6,23) Gott hat der Strafe, die auf jede Sünde folgen muss – dem ewigen Tod – etwas entgegengesetzt: Ein „unverdientes Geschenk“! Er kann mir vergeben, weil er jemand anderen die Strafe für meine Schuld hat zahlen lassen: Jesus Christus, den geliebten Sohn Gottes. Ihn hat er in die Hände der Menschen gegeben, die ihn grausam durch Kreuzigung hinrichteten. Aber Jesus Christus war damit nicht nur eine tragische Figur – nein, er wurde damit das „Opferlamm“, das die Sünden der Menschen sühnte. „Seht, dieser ist das Opferlamm Gottes!“ rief Johannes, ein Zeitzeuge, aus, als er Jesus Christus begegnete (Johannes 1,36). Und weil Jesus ohne Sünde und vollkommen war, ist auch sein Opfer vollkommen; es ist ausreichend, um auch für die geheimsten und schlimmsten Sünden Vergebung zu ermöglichen.

Der Prophet Jesaja hatte das Opfer von Jesus Christus am Kreuz schon Jahrhunderte zuvor vorausgesehen und mit diesen Worten beschrieben: „Doch wegen unserer Vergehen wurde er durchbohrt, wegen unserer Übertretungen zerschlagen. Er wurde gestraft, damit wir Frieden haben. Durch seine Wunden wurden wir geheilt!“ (Jesaja 53,5) So vereinte Gott seine absolute Gerechtigkeit mit seiner unendlichen Gnade!

Gott ruft und leitet zur Buße

Alle Bemühungen der Menschen, einen gerechten Gott gnädig zu stimmen, sind unnütz und führen nicht zum Ziel. Denn Gnade zu erfahren, bedeutet nicht, Gerechtigkeit abzuwenden, sondern sie zugesprochen, ja geschenkt zu bekommen! Und genau das tat Gott, als er seinen Sohn zum Opferlamm für die Sünden der Menschen sterben ließ. Er spricht jeden gerecht, der das Opfer, das sein Sohn Jesus Christus gebracht hat, im Glauben für sich in Anspruch annimmt.

Der große Missionar Paulus schreibt in der Bibel (2.Kor.5,21):
„Denn Gott war in Christus und versöhnte so die Welt mit sich selbst und rechnete den Menschen ihre Sünden nicht mehr an. Das ist die herrliche Botschaft der Versöhnung, die er uns anvertraut hat, damit wir sie anderen verkünden. So sind wir Botschafter Christi, und Gott gebraucht uns, um durch uns zu sprechen. Wir bitten inständig, so, als würde Christus es persönlich tun: »Lasst euch mit Gott versöhnen!“ Denn Gott machte Christus, der nie gesündigt hat, zum Opfer für unsere Sünden, damit wir durch ihn vor Gott gerechtfertigt werden können.

Gott selbst ist es also, von dem alles ausgeht: die absolute Gerechtigkeit, das unverdiente Geschenk der Gnade, der Ruf zur Buße und Versöhnung. Was ist Ihre Antwort darauf?

ww

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